Kleinwasserkraft in Mazedonien: Voith erhält Auftrag zur Lieferung von zwei StreamDivern

Autor: Patricia Pfister , 21.12.2018

Der Technologiekonzern Voith hat einen Auftrag zur Herstellung, Lieferung und Inbetriebnahme von zwei StreamDivern für das mazedonische Kleinwasserkraftwerk Gradiste erhalten.

Das Unternehmen übernimmt zudem die Montageüberwachung sowie die Lieferung der Absperrschieber. Anfang 2020 soll das Kraftwerk seinen Betrieb aufnehmen und bis zu 900 Haushalte in der Region Jegunovce nördlich der mazedonischen Hauptstadt Skopje mit sauberem Strom aus Wasserkraft versorgen. Das Kraftwerk ist eine von zwölf Anlagen, die aktuell am Fluss Vardar geplant werden und zukünftig den Anteil der Wasserkraft am Gesamtenergiemix Mazedoniens steigern sollen.

Mit den beiden StreamDivern erhält das Kraftwerk Gradiste eine kompakte und einfach aufgebaute Kleinwasserkraft-Technologie, die kaum Wartungsarbeiten erfordert. Darüber hinaus handelt es sich um einen umweltfreundlichen Turbinentyp, der sich durch öl-freien Betrieb sowie geringe Sicht- und Geräuschbelastung auszeichnet.

„Die Turbinen-Generator-Einheit StreamDiver ist optimal für den neuen Kraftwerksstandort geeignet“, erklärt Besfort Aliti, Eigentümer und Geschäftsführer des Auftraggebers Bart Energy DOO Skopje. „Im Vergleich zu einer klassischen vertikalen Kaplan-Turbine, die sonst zum Einsatz gekommen wäre, erzielen wir deutliche Vorteile in Bezug auf die Lieferzeit und die Implementierung vor Ort.“ So verringert sich die Konstruktionszeit um 60 Prozent. Darüber hinaus ergeben sich deutliche bauliche Einsparungen, unter anderem sinkt der Bedarf an Beton.

StreamDiver – Stromerzeugung auch bei geringer Fallhöhe
Das Kernstück der StreamDiver-Technologie bildet das Aggregat mit einem in eine ölfreie Rohreinheit eingebauten Dauermagnetgenerator, das in den Bereichen von 50 bis 800 Kilowatt verfügbar ist. Die Stärke dieser Technologie ist ihre flexible Einsatzfähigkeit: Das Aggregat kann sich vollständig unter Wasser befinden, sodass unabhängig von vorhandenen Strukturen ein eigenständiger Betrieb möglich ist. Es kann zudem in bestehende Kraftwerke integriert werden, sodass eine wirtschaftliche Rehabilitation möglich wird und die Investitionskosten auf ein Minimum beschränkt werden können. So können beispielsweise vorhandene Wehre und Staudämme zur Stromerzeugung genutzt werden.

Das Potenzial der StreamDiver-Technologie wird von Voith weltweit auf fünf Gigawatt geschätzt. Die Regionen mit dem größten Potenzial liegen in Nordamerika sowie in Europa, insbesondere im Norden und Osten Europas.

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Das mazedonische Kleinwasserkraftwerk Gradiste wird mit zwei StreamDivern mit einer Leistung von jeweils rund 300 Kilowatt ausgestattet.

Foto: Voith